Modernes Wohnzimmer mit smartem Lautsprecher, Streaming-Box und Fernseher

Am 13. Oktober hat Apple ohne große Bühne gleich mehrere neue Geräte fürs Zuhause vorgestellt: einen neuen HomePod mini, ein neues Apple TV 4K, ein Smart-Display namens HomeView und eine ganze Reihe Kameras, Thermostate und ein Türschloss unter dem Namen „Apple Home Collection“. Klingt nach einer großen Smart-Home-Offensive – und das ist es auch. Nur: In Deutschland kommt davon deutlich weniger an als in den USA. Hier erfährst du, was du hierzulande kaufen kannst, was fehlt und warum.

Die Neuheiten im Überblick

Apple hat vier Bausteine angekündigt, die alle über die Home-App zusammenspielen sollen:

  • HomePod mini (2. Generation): der kleine Lautsprecher mit neuem S10-Chip, neuen Farben und einer leuchtenden Oberseite.
  • Apple TV 4K (4. Generation): die Streaming-Box mit A19-Chip und eingebauten Mikrofonen für Siri ohne Fernbedienung.
  • Apple HomeView: ein neues Gerät mit 7-Zoll-Display als Steuerzentrale fürs Zuhause, mit Widgets, Apps und Rezepten für die Küche.
  • Apple Home Collection: Zubehör, das Apple zusammen mit LG Electronics und Schneider Electric entwickelt hat – Kameras, Video-Türklingel, Türschloss, Thermostate und Sensoren.

Für Deutschland relevant sind davon aktuell nur die ersten beiden. HomeView und die Home Collection kommen vorerst nicht in die EU.

Was du in Deutschland kaufen kannst

HomePod mini 2: 169 Euro, ab 30. Oktober

Der neue HomePod mini kostet laut Macwelt in Deutschland 169 Euro (UVP, Stand: 18. Oktober 2026) und ist ab dem 30. Oktober im Handel. Vorbestellen kannst du ihn bereits. Zum Vergleich: In den USA liegt der Preis bei 149 Dollar.

Was ist neu? Laut Apples Pressemitteilung steckt der S10-Chip drin, es gibt die Farben Pink, Grün, Blau, Weiß und Mitternacht, und die Oberseite leuchtet passend zur Musik („Sound Glow“, mit Farben aus dem Album-Cover). Außerdem kann der HomePod mini jetzt:

  • mit vier Lautsprechern und dem neuen Apple TV 4K ein Surround-System bilden – dafür brauchst du zwei Paare (vorne und hinten),
  • als Standardlautsprecher für einen Mac dienen (der Mac braucht dafür mindestens Wi-Fi 6E),
  • Rauch- und Kohlenmonoxidmelder erkennen und dir eine Mitteilung schicken,
  • zusammen mit kompatiblen Türklingeln und Kameras ansagen, wer vor der Tür steht (setzt HomeKit Secure Video mit Gesichtserkennung voraus).

Apple TV 4K: 349 Euro, ab 13. November

Das neue Apple TV 4K kostet in Deutschland 349 Euro – es gibt nur noch ein Modell mit 128 GB Speicher und Ethernet-Anschluss (Stand: 18. Oktober 2026). Im Handel ist es ab dem 13. November, die neue Siri Remote gibt es separat für 69 Euro.

Laut Apple ist der A19-Chip bei der CPU bis zu 50 Prozent und bei der Grafik bis zu doppelt so schnell wie beim Vorgänger. Dazu kommen ein eigener AV1-Decoder, Thread für Smart-Home-Geräte und drei Fernfeld-Mikrofone. Du kannst Siri also ansprechen, ohne zur Fernbedienung zu greifen – auch während ein Film läuft. Deutsch gehört zu den unterstützten Sprachen. Die Siri Remote lässt sich jetzt außerdem über „Wo ist?“ wiederfinden.

Ein Wort zum Preis: Wer bisher ein Apple TV 4K für deutlich weniger Geld gekauft hat, muss jetzt schlucken. Das Gerät ist eher ein Smart-Home-Hub mit Streaming-Funktion als eine günstige Zuspielbox.

Was in Deutschland fehlt – und warum

Siri AI: Die wichtigste Neuerung bleibt außen vor

Apple bewirbt die neuen Geräte stark mit „Siri AI“, der neuen, KI-gestützten Siri. Sie soll Gespräche mit mehreren Rückfragen verstehen, auf persönlichen Kontext zugreifen und bis zu sechs Stimmen im Haushalt unterscheiden können. Beim HomePod mini kommt Siri AI ohnehin erst mit einem späteren Software-Update – und zunächst nur auf Englisch.

Für dich in Deutschland ist der entscheidende Punkt aber ein anderer: Siri AI auf dem HomePod braucht ein iPhone oder iPad mit Siri AI. Und genau das gibt es in der EU nicht. Apple hatte schon im Juni angekündigt, Siri AI mit iOS 27 und iPadOS 27 nicht in der EU auszuliefern. Einen Zeitplan nennt Apple nicht. Die neuen Geräte funktionieren hierzulande also, aber ohne die neue KI-Siri.

Apple und die EU-Kommission schieben sich den Ball zu

Apple begründet das mit dem Digital Markets Act (DMA). Das EU-Gesetz verpflichtet große Plattformen unter anderem dazu, ihre Systeme für Konkurrenten zu öffnen. Laut Apple hätte das bedeutet, auch fremden KI-Assistenten weitreichenden Zugriff auf Nutzerdaten und Gerätesteuerung zu geben. Apple schlug nach eigenen Angaben einen Zwischenweg und eine schrittweise Einführung über 18 Monate vor – die EU-Kommission habe keinem Vorschlag zugestimmt.

Die Kommission sieht das anders. Ihr Sprecher Thomas Regnier sagte laut Tech Times, die Entscheidung gegen Siri AI in der EU sei allein Apples, und nichts im DMA verbiete es Apple, neue Produkte in der EU einzuführen. Apple habe statt einer regelkonformen Lösung eine Ausnahme von den Interoperabilitätspflichten verlangt.

Wer recht hat, lässt sich von außen schwer beurteilen. Fest steht: Solange beide Seiten nicht zusammenkommen, bleibt Europa bei Apples KI-Funktionen auf iPhone und iPad außen vor. Auf dem Mac ist Siri AI in der EU übrigens verfügbar.

HomeView und Home Collection: vorerst nur in den USA und Co.

Das Smart-Display HomeView (in den USA 299 Dollar, ab 13. November) verkauft Apple nicht in der EU. Apple selbst schreibt dazu, HomeView sei nicht erhältlich, weil Siri AI in iOS in der EU nicht verfügbar ist. Das Gerät ist so stark auf die neue Siri ausgelegt, dass Apple es ohne sie offenbar nicht anbieten will.

Die Home Collection mit LG und Schneider Electric startet im Dezember, einzelne Geräte folgen Anfang 2027 – laut Apple aber nur in den USA, Kanada und teils Großbritannien. Interessant ist sie trotzdem, weil sie zeigt, wohin Apple will: Kameras mit bis zu 2,5K-Auflösung und lokalem Speicher, ein Türschloss, das sich per Ultra-Breitband öffnet, wenn du mit dem iPhone näherkommst, und Thermostate, die Matter unterstützen. Laut Apple ist alles Ende-zu-Ende verschlüsselt, sodass weder Apple noch LG oder Schneider Electric an die Kamerabilder kommen.

Was bedeutet das für dich?

Ein paar Fragen, die du dir vor dem Kauf stellen solltest:

  • Du hast schon einen HomePod mini? Dann ist das Upgrade in Deutschland eher Kür. Neu sind vor allem Optik, Chip, Surround-Funktion und die Rauchmelder-Erkennung. Den größten Sprung – Siri AI – bekommst du hier vorerst nicht.
  • Du willst ein Heimkino mit Apple-Geräten? Dann wird es interessant: Apple TV 4K plus vier HomePod mini 2 ergeben ein Surround-System. Rechne aber nach: 349 Euro plus vier mal 169 Euro sind über 1.000 Euro. Eine klassische Soundbar kann je nach Anspruch günstiger sein.
  • Du brauchst eine Smart-Home-Zentrale? Für Automationen und Fernzugriff in der Home-App braucht es eine Steuerzentrale. Die Apple-Lösung dafür ist in Deutschland weiterhin ein Apple TV oder HomePod – HomeView fällt ja weg.
  • Du nutzt kein Apple-Gerät? Dann lohnt sich das alles kaum. HomePod und Apple TV sind eng mit iPhone und iCloud verknüpft.

Ein Trost: Smart-Home-Zubehör anderer Hersteller, das Matter und Thread unterstützt, funktioniert auch in Deutschland mit der Home-App. Kameras, Thermostate und Türschlösser musst du also nicht zwingend von Apple kaufen.

Fazit

Apple baut sein Smart-Home-Angebot gerade kräftig aus, aber Europa bekommt nur die abgespeckte Version. HomePod mini 2 und Apple TV 4K sind solide Updates, die du ab Ende Oktober beziehungsweise Mitte November kaufen kannst. Die eigentlichen Highlights – die KI-Siri, das HomeView-Display und das neue Zubehör – bleiben vorerst den USA und anderen Ländern vorbehalten. Ob sich das ändert, hängt vom Streit zwischen Apple und der EU-Kommission ab. Bis dahin: Kauf die neuen Geräte für das, was sie heute können, nicht für das, was vielleicht irgendwann kommt.