Als Ende der 1970er-Jahre die ersten PC auch in normalen Wohnungen zu finden waren, besaßen sie zwar den Charme des neuen und modernen, ihre Vielseitigkeit ließ jedoch noch zu wünschen übrig. Dann kamen immer neue Programme hinzu, die den PC letztlich massentauglich machten. Bürosoftware und Spiele waren die Renner. Nach nun bald 40 Jahren seit Anbruch des digitalen Zeitalters sind Computer oder zumindest Mikroprozessoren praktisch allgegenwärtig und ihre Möglichkeiten fast unendlich. Was mit großen grauen Kästen, schweren Röhrenmonitoren und einheitlichen Programmen begann, sind heute miniaturisierte Rechengiganten, die eine maßgeschneiderte individuelle Softwareentwicklung erlauben.

Während früher der Anwender auf Gedeih und Verderb an die jeweilige Software gebunden war und mit ihren Macken einfach leben musste, finden sich heute für wirklich jede nur mögliche Vorstellung meist gleich mehrere Softwarelösungen, die zudem auf das jeweilige Betriebssystem zugeschnitten sind. Auch der Anwender oder User selbst hat mehr Möglichkeiten, die Funktionsweise des jeweiligen Programms zu beeinflussen. Je nach Art der Software können über die Einstellungen verschiedene Funktionen zu- oder abgeschaltet werden. Andere Programme wiederum erlauben dank eines Baukastensystems die annähernd individuelle Herstellung beispielsweise einer interaktiven Arbeitsoberfläche.

Doch wirklich einzigartig und persönlich ist das nicht. Software-Entwicklung ist auch nach 40 Jahren kein Kinderspiel, im Gegenteil, die Anforderungen an moderne Programme sind um ein vielfaches gestiegen. Wer also glaubt, mit modernen Hochleistungsrechnern geht das Programmieren von selbst, der irrt. Es ist nach wie vor eine Domäne von Spezialisten, die zumindest das Grundgerüst herstellen müssen, auf dem dann die Fassade aufgebaut werden kann. Der Vergleich mit dem Bauwesen ist durchaus angebracht. In beiden Bereichen werden vor allem Ingenieure benötigt.

Wenn ich nun mein wirklich eigenes Programm will, dann bin ich entweder selbst ein Spezialist oder ich beauftrage Spezialisten mit dieser Arbeit. Abgesehen von der notwendigen Ausbildung und Erfahrung können bei individuellen Softwarelösungen einige Fehler gemacht werden, die jedoch weniger mit dem Programm selbst, sondern vielmehr mit Umfeld zu tun haben.

Wieder kann der Vergleich mit dem Bauwesen als Beispiel dienen. Eine Brücke über einen Fluss zu bauen, die lange hält und hoch belastbar ist, stellt schon einmal gute Ingenieurskunst dar. Doch die Brücke allein ist es nicht. Sie braucht auf beiden Seiten Zufahrtswege, sie muss an der strategisch richtigen Stelle gebaut werden, damit sie genutzt wird und sie muss so gebaut sein, das auch für zukünftiges, höheres Verkehrsaufkommen Platz auf ihr vorhanden ist.

Dieser Vergleich ist deshalb so passend, weil eine individuelle Software ähnlich wie eine Brücke funktioniert. Sie verbindet Menschen mit Menschen oder Personen mit Unternehmen, sie funktioniert dank ihrer Programmierung durch einen Spezialisten und dank eines maßgeschneiderten Umfeldes.

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