Ein Koaxialkabel, oder auch Koaxkabel genannt wenn die Zeit mal knapp ist, ist ein zweipoliges Kabel, welche häufig als Antennenkabel verwendet wird. Es ist das meistgenutzte Kabel in der Fernsehtechnik und ein jeder von uns hat mit Sicherheit schon einen Stromschlag gekriegt, bei dem Versuch es zu kürzen. Mit diesem Artikel wollen wir ein wenig in nostalgischen Erinnerungen schwelgen und uns näher mit dem Kabel und seinem Aufbau befassen.

Eine der großen Stärken des Kabels ist seine enorme Flexibilität. Während andere Kabel schnell brechen oder sich nur mit sehr viel Aufwand verlegen lassen, ist es mit einem Koaxialkabel ohne weiteres möglich, es auch in die kleinste Ecke eines Zimmers zu verlegen. Diese Fähigkeit verdankt das Kabel einem sehr simplen Aufbau. Die äußerste Schicht stellt ein Gummischutzmantel da, der ausreicht um das Kabel vor Nässe und Staub zu schützen. Die zweite Schicht ist eine Isolation die verhindern soll, das Signale von außen in das Kabel eindringen und das eigentliche Sendersignal zerstört wird. Vor allem in der Nähe von schlecht isolierten Hifi-Geräten kommt es häufig zu solchen Störsignalen und nicht selten stehen Benutzer vor unerklärbaren Phänomenen, wie z.B. das Fehlverhalten anderer elektronischer Gerätschaften. Als Isolation werden Drähte verwendet, die man dicht um das Kabel herum gewickelt hat. Zur Verstärkung kommt in den meisten Fällen auch noch eine Folie dazu, die die isolierenden Eigenschaften weiter verstärkt.

Sonderformen des Koaxialkabels, die eine besondere Abschirmung benötigen und in der Industrie eingesetzt werden, haben als äußerer Mantel ein starres Rohr. Zusätzlich verfügen diese besonderen Kabel auch über zwei oder mehrere Innenleiter, anstatt des üblichen einzelnen Leiters. Frequenzen sind trotz ihres einfachen Aufbaus in der Lage enorm hohe Frequenzbereiche störungsfrei zu übertragen. Von wenigen kHz, bis hin zu einigen Ghz, lassen sich alle Signale übertragen. Dies können beispielsweise, TV-Signale sein, aber auch Rundfunksignale, Radarsignale oder Messsignale von kleinen Wetterstationen. Der Name des Koaxialkabels rührt von dem Wort Koaxial her, welche in der Geometrie verwendet wird. Dort ist es die Bezeichnung für sich überschneidende Achsen in einem dimensionalen System. Ein Hubschrauber mit einem Koaxialrotor, hat also z.B. zwei Rotoren, welche sich in einem Punkt schneiden.

Selbst im Militär ist dieser Begriff gebräuchlich, denn als koaxial wird eine Sekundärwaffe bei einem Panzer bezeichnen. Dies kann z.B. ein Maschinengewehr sein, das parallel zur Kanone im Turm eingebaut ist. Dabei entsteht zwar eigentlich keine wirkliche Koaxialität, aber man geht davon aus das sich der Turm und das Sekundärgeschütz schneiden. Bei unserem Kabel hingegen, geht es schlichtweg um den Mittelleiter und der koaxialen Abschirmung. Die Drähte in der Abschirmung treffen sich immer wieder an ihrer Achse. Als Verbindungen zwischen dem Kabel und z.B. Satellitenschüsseln und Receivern verwendet man Steckverbinder. Dessen Aufbau bestimmen maßgeblich die maximale Betriebsfrequenz, die mit den Kabeln übertragen werden kann. Für das normale Satellitenfernsehen verwendet man sogenannte F-Steckverbinder, welche man per Schraubverriegelung an die Geräte anschließen kann. Dabei lässt sich der Steckverbinder ganz einfach auch selbst auf das Kabel stecken, denn ein Innengewinde fräst sich einfach durch den äußeren Mantel des Kabels, wenn man es dreht.

Das Koaxialkabel kommt in jedem Wohnzimmer zum Einsatz und besticht vor allem durch seinen einfachen und doch robusten Aufbau.

3 KOMMENTARE

  1. Das Kabel kenne ich auch noch und JA, auch ich habe von diesem Kabel schon einen Stromschlag bekommen.

    Jaja… die gute alte Zeit ohne HD DVB-T Receiver und 24/7 Programm. Wobei ich auf Dauer auch keinen Spaß mehr hätte an analogem Fernsehen und Filmen in Technicolor!

  2. Hey Matthias 🙂

    Koaxialkabel sind mir natürlich schon lange ein Begriff, da ich selbst oft digitale Sat-Receiver teste. Aber der Fachbegriff „Koaxial“ und sein Ursprung waren mir bisher -muss ich zugeben- nicht bekannt gewesen. Dank Dir weiss ich nun, dass das Wort aus der Geometrie stammt und damit 2 sich überschneidende Achsen bezeichnet werden. Habe dafür dem Artikel gleich mal ein +1 geschenkt. 🙂

    Werden Koaxialkabel explizit in der Medieninformatik behandelt, oder hast Du dich aus eigenem Interesse damit so gründlich befasst?

    Tipp: Du könntest mit einer Kamera ja noch ein paar dieser Kabel abfotografieren und nachträglich in den super Artikel einfügen, was sicher auch Traffic aus der Bildersuche erzeugen könnte.

    Lg. Merida

  3. Danke für diesen informativen Artikel!
    Mir war nie so wirkliche klar wozu man ein koaxialkabel braucht – nun habe ich es endlich verstanden :)!

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